Autorenportrait Benjamin Constant

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Näheres zum Denken von Benjamin Constant findet sich hier.


Inhaltsverzeichnis

Benjamin Constant (1767–1830)

“Whenever there is no absolute necessity, whenever legislation may fail to intervene without society being overthrown, whenever, finally it is a question merely of some hypothetical improvement, the law must abstain, leave things alone, and keep quiet.”


Biographie

Benjamin Constant, eigentlich Henri-Benjamin Constant de Rebecque, wurde am 25. Oktober 1767 in Lausanne geboren. Er war der Nachkömmling einer im 16. Jahrhundert in die Schweiz emigrierten Familie französischer Hugenotten. Seine Mutter verstarb kurz nach seiner Geburt. Unter der Obhut seines Vaters, einem Berufsoffizier, verbrachte Constant eine unstete Kindheit und Jugend. Dieser Lebensabschnitt wurde geprägt von wechselnden Aufenthalten in Lausanne, Brüssel, Holland und England. Seine Erziehung erfolgte in diesem Zeitraum im Wesentlichen durch stetig wechselnde französische, englische und deutsche Hauslehrer.

1782 begann Constant mit 15 Jahren ein Jurastudium in Erlangen. Schon nach drei Semestern zog es ihn nach Edinburgh, wo er sein Studium bis 1785 fortsetzte. Seinem Studium folgten wechselnde Aufenthalte in Paris, Brüssel, Lausanne und Colombier und eine ausgedehnte Englandreise. In diesen Jahren erhielt Constant entscheidende politische Impulse. Er wurde im Wesentlichen von Adam Smith und Adam Ferguson sowie von Rousseau und Kant geprägt. Neben seiner Ausbildung führte der junge Constant jedoch ein relativ unstetes Leben, in welchem er seine frühe Jugend diskutierend, spielend und liebelnd vergeudete.

Auf Wunsch seines Vaters wurde er 1788 Kammerherr am herzoglichen Hofe in Braunschweig und heiratete die Hofdame Wilhelmine von Cramm. Gelangweilt vom bodenständigen Leben reiste Constant wieder viel und ließ sich einige Jahre später von seiner Frau scheiden. 1808 folgte nach mehreren Verhältnissen zu anderen Frauen seine zweite Ehe mit Charlotte von Hardenberg, die ihn aber auch nicht glücklich machen sollte. Ausschlaggebend für den Verlauf seines weiteren Lebens war die 1794 gemachte Bekanntschaft mit Madame de Staël, der Tochter des Finanzministers von Ludwig XVI. Diese folgenreiche Begegnung verhalf Constant zu seinem Einstieg in die damalige politische Gesellschaft.

Constant reiste 1795 an der Seite von Madame de Staël nach Paris, um nach dem Ende der Schreckensherrschaft und der Verhaftung von Robespierre seine politischen Interessen zu verfolgen. Zu dieser Zeit machte er sich einen Namen als politischer Publizist und Redner. Nach dem Staatsstreich von Napoleon wurde er 1799 ins Tribunat berufen und spielte für kurze Zeit eine große Rolle in der Politik. In dieser Zeit kämpfte Constant beharrlich für die Verankerung der Freiheit in der neuen Verfassung. Dies führte im Jahr 1802 zu seiner Eliminierung aus dem Tribunat durch Napoleon. Damit war Constants politische Laufbahn für 12 Jahre unterbrochen. In dieser Zeit begab er sich erneut auf Reisen und verbrachte einen längeren Aufenthalt in Niedersachsen, um in der Bibliothek von Göttingen wissenschaftlich zu arbeiten.

Nach Napoleons Niederlage und der Rückkehr der Königsfamilie im Jahr 1814 wurde Constant erneut politisch aktiv und kehrte zurück nach Paris. Hier publizierte er unter der Herrschaft von Ludwig XVIII ein Plädoyer für eine konstitutionelle Monarchie mit dem Titel „De l’esprit de conquete et de l’usurpation“. 1815 schloss er sich dann Napoleon an, welcher überraschend wieder an die Macht zurückkehrte. In seinem Auftrag schrieb Constant eine neue Verfassung für Frankreich, „Principes de politique“, welche sein politisches Hauptwerk darstellt. Nach der endgültigen Niederlage Napoleons (100 Tage Herrschaft) wurde Constant des Landesverrates angeklagt und zog es daraufhin vor das Land zu verlassen.

Während Constants Aufenthalt im Londoner Exil erschien 1816 der Roman Adolphe, welchem er seinen Platz in der Literaturgeschichte verdankt. Dieser in nur 14 Tagen geschriebene Roman schildert Constants schwere Beziehung zu den Frauen, geprägt von einer tiefen inneren Zerrissenheit und Bindungsängsten.

1817 kehrte er erneut nach Paris zurück und wurde Abgeordneter der Deputiertenkammer. Zu dieser Zeit war Constant ein gefürchteter Parlarmentsredner und Pamphletist, welcher seine Ideale über bedeutende politische und staatstheoretische Schriften verbreitete. Hier fungierte er als Wortführer der Liberalen und Mitbegründer des Liberalismus.

Im Zeitraum von 1824 – 1831 erschien sein Werk „De la religion“.

Am 08. Dezember 1830 verstarb Benjamin Constant in Paris.


Bibliographie

1814 De l'esprit de conquête et de l'usurpation

1815 Principes de politique

1816 Adolphe

1824 De la Religion

1833 Du polythéisme

1951 Cécile


Literaturverzeichnis

Constant de Rebecque, Benjamin 1946: Über die Freiheit. Basel. Benno Schwalbe & Co

Herb, Karlfriedrich 1999: Bürgerliche Freiheit. Politische Philosophie von Hobbes bis Constant 1. Aufl. Freiburg. [u.a.] Alber

Wood, Dennis M. 1993: Benjamin Constant, a biography. London. [u.a.] Routledge

Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen 1982: Benjamin Constant in Niedersachsen


Links

Universität Lausanne. Institut Benjamin Constant: http://www.unil.ch/ibc/page12178.html

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