Autorenportrait Francesco Petrarca

Aus TheorieWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche


Datei:Francesco-Petrarca-1-.jpg
Francesco Petrarca
1304-1374

Allgemeines

"I nunc, et boni aliquid tecum age. I nunc, et honestis cogitationibus incumbe! I nunc et versus tecum compone canaros" (Francesco Petrarca, Secretum III; ed. MARTELLOTTI,S.100)

"Komm nur, und schaffe dann etwas Gutes! Komm, und beschäftige Dich mit edlen Gedanken! Komm nur, und ersinne dann wohlklingende Verse!" (Francesco Petrarca cit. nach ENENKEL, S.138)


Näheres zum Denken von Francesco Petrarca findet sich hier

Autorenporträt Francesco Petrarca, 1304 - 1374

Francesco Petrarca, ein vielen Tätigkeiten nachgehender, nach mittelalterlichem Verständnis jedoch als beruflos zu bezeichnender Dichter und Gelehrter, wird am 20.Juli 1304 in Arezzo geboren. Petrarcas Vorfahren waren über Generationen hinweg Notare in Incisa, gelegen im damaligen florentinischen Herrschaftsgebiet. Auch sein Vater, Pietro Petracco, ging dieser in der mittelalterlichen Gesellschaft geachteten Profession nach. Am 20. Oktober des Jahres 1302 wird Petracco jedoch von den aus einem Machtkampf mit der Partei der sogenannten „Weißen Guelfen“ siegreich hervorgegangenen „Schwarzen Guelfen“ ins Exil gesandt; entweder, weil er als den „Weißen Guelfen“ politisch nahestehend angesehen wurde, oder aber, weil er sich im Zuge einer privaten Fehde die Feindschaft eines einflußreichen florentinischen Politikers zugezogen hatte. Welcher der genannten Umstände tatsächlich als ursächlich für die Verbannung von Petrarcas Vater anzusehen ist, ist unklar- auch deswegen, weil die Aussagen, die über Petrarca vorhanden sind, vornehmlich von Petrarca selbst verfaßt wurden und durchaus widersprüchlichen Charakter besitzen. Petrarca führt bis ins siebte Lebensjahr ein unruhiges Dasein in der Toskana, bis die Familie von Pisa aus an den päpstliche Hof, die Kurie, von Avignon aufbricht und sich in der unmittelbaren Umgebung, in Carpentras, ansiedelt (1312-1316).

Zusammen mit seinem Bruder Gerardo verbringt Petrarca die nächsten zehn Jahre überwiegend auf den Universitäten von Montpellier (1316 – 1320) und Bologna(1320-1326), sich , der familiären Tradition gemäß, dem Studium der Rechtswissenschaft widmend. Als sein Vater stirbt, bricht Petrarca sein Studium, nah vor dem Abschluß stehend, ab.

Im Alter von 27 Jahren kehrt Petrarca nach Avignon zurück, nimmt, mittlerweile durch einen kostspieligen, das väterliche Erbe aufzehrenden Lebenswandel in ein wirtschaftliche Not geraten, die niederen Weihen, begegnet seinen Aufzeichnungen gemäß an einem Karfreitag, dem 06.April 1327, zum erstenmal Laura (der er in den folgenden Jahren hunderte von Gedichten widmen wird), lernt die berühmte und einflußreiche Familie Colonna kennen, die ihn aufgrund seiner nunmehr schon weithin wahrgenommenen dichterischen Produktion aufsucht, freundet sich mit seinem Studienkollegen und -viel entscheidender- einem Sproß der Colonna, Giacomo Colonna, an und wird schließlich 1330 durch Giacomos Bruder, Kardinal Giovanni, als Kaplan an dessen Hof gerufen.

Mehrere Reisen (u.a. nach Paris, Gent, Lüttich, Aachen, Köln und erstmalig nach Rom), die berühmte, teilweise bezweifelte Besteigung des Mont Ventoux mit seinem Bruder Gerardo, die Übernahme einer Kirchenpfründe (Domherr von Lombez) und die Auseinandersetzung mit Augustins Confessiones bestimmen die nächsten Jahre in Avignon. Er zieht nach Vaucluse, einem Tal in Avignons unmittelbarer Nähe gelegen . Dort beginnt nun die Entstehung zahlreicher dichterischer Werke, zu den bekanntesten zählen De Viris illustribus (ab 1337) und Africa (1337/1387). Ihm wird ein Sohn mit dem Namen Giaovanni geboren, später auch eine Tochter, Francesca. Wer die Mutter seiner Kinder war, ist nicht bekannt.

1341 erhält er in Rom den Dichterlorbeer (weitere Bezeichnungen: Dichterkrone, poeta laureatus), trotz (oder eventuell sogar aufgrund (siehe auch Denken Petrarcas) seines bis dato als fragmentarisch zu bezeichnenden poetischen Oevres- kein vollendetes dichterisches Werk kann er zu diesem Zeitpunkt vorweisen. Diese Dichterkrönung macht ihn zum prominentesten Dichter seiner Epoche. Die Nichtvollendung, das Verbleiben im Stadium des Fragments wird bis zu seinem Tode sämtliche Werke betreffen bzw. kennzeichnen.


Eine schon bis dato praktizierte bipolare Lebensführung verstärkt sich in den folgenden Jahren: Zeiten weitesgehender Einsamkeit zum Zwecke des (Selbst-)Studiums und der dichterischen, philologischen und auch moralphilosophischen Arbeit (u.a. Arbeiten an Rerum memorandarum, Africa, De viris illustribus, Familiares, De otio religioso, Secretum, Entdeckung zweier Briefe 'Cicero's) wechseln sich ab mit Diensten für seine zahlreichen Gönner (Reisen als Humanist und Diplomat nach Neapel, Parma,Verona. Florenz, Padua, Mantua, Rom). In diesen Lebensabschnitt macht Petrarca auch zwei entscheidende Bekanntschaften:

Zum einen lernt er Cola di Rienzo kennen, der später Volkstribun in Rom werden würde und mit dem Petrarca die Hoffnung verband, dem römischen Volk und der Stadt Rom die Rechte zurückzugeben, die ihnen durch die Herrschaft des Stadtadels entzogen worden waren. Diese tätige Form des Humanismus in Gestalt einer positiven Haltung zu Rienzo entfernt ihn von den Colonna, seinen Mäzenen und langjährigen Förderern.

Zum anderen begegnet er 1350 Boccaccio in Florenz. Diese Begegnung ist der Beginn einer lebenslangen Freundschaft zwischen Petrarca und dem zehn Jahre jüngeren Boccaccio.

Der ersten,Europa erschütternden Pestwelle um 1348 fallen zahlreiche Freunde Petrarcas 1348 zum Opfer, so auch Giovanni Colonna und Laura.

Er geht im Alter von 49 Jahren in den Dienst der Visconti-Dynastie in Mailand, arbeitet weiter an den Familiares, an den Sine nomine, Trionfi und an polemischen Schriften, z.B. De remediis (ab 1353).

Nach acht Jahren gibt er 1361 den Dienst bei den Visconti auf, lebt in Padua, dann in einem ihm von der Stadt Venedig geschenkten Haus, für das er der Stadt seinerseits seine Bibliothek vermacht- zu diesem Zeitpunkt die größte Bibliothek Europas. 1368 zieht er sich nach Arquà zurück, wo er einer alten Überlieferung nach in der Nacht vom 18.Juli auf den 19.Juli 1374, über seinlen Büchern einschläft und- stirbt.

Quellen

Textausgabe

  • Martellotti,G. (Hrsg.), Francesco Petrarca. Secretum, Turin 1977

Hilfsmittel/Sekundärliteratur

  • Enenkel, Karl A. E.,Die Erfindung des Menschen,Berlin 2008
  • Eppelsheimer, Hanns Wilhelm, Geschichte der europäischen Weltliteratur, Band I, Frankfurt 1970
  • Neumann, Florian, Francesco Petrarca, Hamburg 1998
  • Stierle, Karlheinz, Francesco Petrarca,München 2003
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge