Autorenportrait John Locke

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Näheres zum Denken von John Locke findet sich hier.


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Biografie

John Locke wurde am 29.August 1632 im Dorf Wrington, Grafschaft Somerset (Südwesten von England) geboren. Er stammt aus einer wohlhabenden Familie, die von Gewerbe und Handel lebte. Sein Großvater war Tuchverleger, sein Vater verpachtete Grundbesitz. Auf Grund des wohlhabenden Elternhauses genoss Locke eine sehr gute Ausbildung. Nach Abschluss der Londoner Westminister School studierte er am Christ Church College in Oxford, wo er 1658 seinen Master of Arts erlangte und anschließend dort als Lehrer für Rhetorik und Moralphilosophie tätig war.

1667 lernte er Anthony Ashley Cooper, den späteren Earl of Shaftesbury, einen der einflussreichsten Männer zu Lockes Zeiten, kennen. Von Cooper angeregt entwickelte Locke sein liberales Denken (Euchner (1987): 10). Locke gilt daher als Begründer des Liberalismus, da er unter anderem das Eingreifen des Staates auf das Eigentum so gering wie möglich forderte. Der Staat sollte nur dafür sorgen, dass das Eigentum, unter dem Locke Leben, Freiheit und Besitz verstand, jedes einzelnen geschützt sei (Euchner (1987): 16).

1679 kämpfte Shaftesbury gegen das mit dem Katholizismus sympathisierende Königshaus, welche gemäß der Lehre Robert Filmers die Meinung vertraten, dass auf Grund einer göttlichen Vorschrift jeweils der nächste männliche Erbe, ebenso ein Katholik, König werden sollte. Shaftesbury wollte die Macht der Royalisten schwächen und den Einfluss des Parlaments stärken, aber verlor den Kampf um die Thronfolge und floh 1681 nach Holland. Locke als enger Vertrauter emigrierte ebenfalls 1683 in die Niederlande. Im holländischen Exil entstanden mehrere Schriften, unter anderem "A Letter concerning Toleration" (1689) (Euchner (1987): 10).

Im selben Jahr kam es zur Glorious Revolution, in der das Königtum an Macht verlor und an das Parlament abtreten musste, dieses regelte ab jetzt die Nachfolge des Königs und somit wurde die Krone als ein gewöhnliches Staatsamt angesehen (Ploetz (1991): 684). Unter den veränderten Umständen kehrte Locke nach England zurück, wo er ein wichtiges Staatsamt im Council for Trade and Plantations übernahm. 1690 erschien sein bekanntestes Werk "Two Treatises of Government". Lange Zeit meinte man, dass es zur theoretischen Rechtfertigung der Glorious Revolution geschrieben wurde (Euchner (1987): 10). Die Forschungen Peter Lasletts haben jedoch ergeben, dass die Entstehungsgeschichte bis ins Jahr 1679 zurückreicht als Shaftesbury gegen das Königshaus antrat. Lasletts vermutet, dass Shaftesbury Locke damit beauftragt hatte, die Theorie Filmers zu widerlegen (vgl. Euchner (1987): 10).

1691 zog er sich auf das Landhaus seiner Freundin Lady Masham in Oates zurück, wo er am 28. Oktober 1704 starb.

Werke

  • 1671
Beginn der Arbeit an "Concerning Human Understanding" ("Versuche über den menschlichen Verstand")
  • 1683
Locke verfasst die erste Abhandlung aus "Two Treaties of Government" (Angriff auf die Schriften Robert Filmers)
  • 1689/90
Veröffentlichung von "Concerning Human Understanding"
  • 1690
Locke verfasst den zweiten Teil von "Two Treaties of Government" (klassische liberalistische Schrift) und veröffentlicht das gesamte Werk
  • 1692
Veröffentlichung von "Einige Betrachtungen über die Folgen der Herabsetzung des Zinses und der Erhöhung des Münzwertes"
  • 1693
Veröffentlichung von "Einige Gedanken über Erziehung"
  • 1695
Veröffentlichung von "Über die Vernunftmäßigkeit des Christentums"

Literatur

  • Euchner, Walter in:
Maier, Hans; Rausch, Heinz; Denzer, Horst (1987):
Klassiker des politischen Denkens II, von Locke bis Max Weber,
Verlag C.H. Beck München
  • Kunzmann, Peter; Burkard, Franz-Peter; Wiedmann, Franz (1991):
dtv-Atlas zur Philosophie,
Deutscher Taschenbuch Verlag, München
  • Ploetz, Dr. Karl Julius (1991):
Der große Ploetz, Auszug aus der Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart,
Verlag Ploetz Freiburg – Würzburg
  • Speth, Rudolf in:
Massing, Peter; Breit, Gotthard (2003):
Demokratie-Theorien - Von der Antike bis zur Gegenwart,
Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn

Weblinks

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