Autorenportrait Karl Marx

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Näheres zum Denken von Karl Marx findet sich hier.


Karl Heinrich Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren. In seiner Familie wurde humanistisches und aufklärerisches Gedankengut gepflegt, weshalb er bereits früh mit der antiken griechischen Literatur und Kunst, der Aufklärung und der literarischen Klassik in Berührung kam.

Nachdem Marx fünf Jahre das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier besucht hatte, begann er 1835 das Studium der Rechte in Bonn. Ein Jahr später immatrikulierte er sich an der Juristischen Uni in Berlin, interessierte sich jedoch mehr für Geschichte und Philosophie. Er besuchte unter anderem Vorlesungen bei Bruno Bauer und August Wilhelm Schlegel. Besonders interessierte Marx die Philosophie von Georg Wilhelm Friedrich Hegel und die Hegelsche Schule. 1841 schloss er seine Studien in absenti mit der Dissertation "Differenz der demokratischen und epikureischen Naturphilosophie" an der Philosophischen Fakultät der Universität Jena ab.

Zu diesem Zeitpunkt wird Marx als einer der führenden Köpfe der Junghegelianer angesehen. Aus diesem Grund blieb ihm eine akademische Laufbahn durch die preußische Regierung verwehrt.

1842 wurde Marx redaktionelles Mitglied der „Rheinischen Zeitung“, die unter seiner Leitung kurze Zeit später einen oppositionelleren Standpunkt einnahm. In dieser Zeit begann sich Marx’ Einstellung von der radikalen Demokratie zum Kommunismus und philosophischen Materialismus zu entwickeln.

Nachdem die Zeitung 1843 durch die preußische Regierung verboten wurde, zog Marx mit seiner Frau und Jugendfreundin Jenny von Westphalen, die er im Juni des Jahres geheiratet hatte, nach Paris. Dort arbeitete er gemeinsam mit Ruge und durch einen intensiven Briefwechsel mit Bakunin und Feuerbach an den "Deutsch-Französischen Jahrbüchern". Sie erschienen mit dem Ziel alle Sozialisten zu verbünden, kamen allerdings nicht über mehr als zwei Ausgaben hinaus. Mit seinen beiden großen Beiträgen "Zur Judenfrage" und "Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie" trat Marx jedoch endgültig von der radikalen Demokratie zum wissenschaftlichen Kommunismus über. Weiterhin studierte Marx die Französische Revolution und Schriften englischer Ökonomen.

1844 begegneten sich Marx und Engels, was zu einer lebenslangen Freundschaft und engen Zusammenarbeit führte. Im gleichen Jahr veröffentlichten sie ihre erste gemeinsame Schrift "Die heilige Familie oder Kritik der kritischen Kritik. Gegen Bruno Bauer und Konsorten".

Nachdem die preußische Regierung Marx’ Ausweisung aus Frankreich erwirkt hatte, siedelte dieser 1845 nach Brüssel über. Marx und Engels begannen in diesem Jahr ihre nie vollendete Arbeit an "Die deutsche Ideologie. Kritik der neuesten deutschen Philosophie in ihren Repräsentanten Feuerbach, B. Bauer und Stirner und des deutschen Sozialismus in seinen verschiedenen Propheten", die die erste zusammenhängende Darstellung des historischen Materialismus darstellt.

Der "Bund der Gerechten", dem Marx 1847 beitrat, wurde unter dessen Einfluss zum "Bund der Kommunisten" umgegründet. Er war die erste internationale Organisation der Arbeiterklasse. Marx erhält den Auftrag das "Manifest der Kommunistischen Partei" zu schreiben, das 1848 veröffentlich wurde.

Mit dem Ausbruch der Revolution kehrte Marx nach Deutschland zurück. Von Mitte 1848 bis Mitte 1849 wurde unter der Redaktion von Marx die "Neue Rheinische Zeitung" herausgegeben, die die Revolution direkt philosophisch auswertete. Nach dem Scheitern der Revolution verbot die preußische Regierung die Herausgabe der Zeitung und wies Marx aus. Dieser zog zuerst nach Paris und später nach London.

In den kommenden zwei Jahrzehnten nach der Revolution beschäftigte sich Marx hauptsächlich mit politischer Ökonomie und der Ausarbeitung von Skripten und Studien als Vorarbeit für sein Hauptwerk "Das Kapital". 1859 veröffentlichte er "Zur Kritik der politischen Ökonomie", dessen Vorwort über den Gang seiner Studien die Grundzüge seiner materialistischen Geschichtsauffassung darlegte.

Von 1861 bis 1863 erörterte er in Manuskripten alle wesentlichen Aspekte seiner Kapitalanalyse. Seit 1864 engagierte sich Marx für die Internationale Arbeiterassoziation (I. Internationale), deren primäre Aufgabe es war die internationalen Arbeiterbewegungen in Europa und den USA mit dem Marxismus zu verbinden. Auch nach der Auflösung der Organisation blieb Marx in ständigem Kontakt mit den wichtigsten Personen der amerikanischen und europäischen Arbeiterbewegung, um ihnen persönlich Rat zu geben.

1865 begann Marx die direkte Arbeit am ersten Band von "Das Kapital", der 1967 erschien. Die weiteren zwei Bände wurden später von Engels herausgegeben.

In Deutschland verfolgte Marx die Entwicklung der Arbeiterparteien und schrieb in diesem Zusammenhang "Die Kritik des Gothaer Programms". Sie beschäftigte sich mit den Vereinbarungen, die die Marxisten (SDAP) bei ihrer Vereinigung mit den Lassalleanern (ADAV) 1875 getroffen hatten.

Gegen Ende seines Lebens erschwerte ihm seine Kränklichkeit das Arbeiten. Am 14. März 1883 starb Karl Marx in London.


Literaturverzeichnis

Fetscher, Iring: Marx, Verlag Herder, Freiburg im Breisgau.

Fischer-Fabian S. (2005): Karl Marx, Ein Grab in London, in: S. Fischer-Fabian, Sie veränderten die Welt, Lebensbilder aus deutscher Geschichte, Verlagsgruppe Lübbe, Bergisch-Gladbach, S. 257-280.

Lange, Erhard (1982): Marx, Karl Heinrich, in: Erhard Lange / Dietrich Alexander (Hrsg.): Philosophenlexikon, 3. Auflage, Dietz Verlag Berlin, S. 628-643.

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