Autorenportrait Thomas Hobbes

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Näheres zum Denken von Thomas Hobbes findet sich hier.


  • Geburt am 5. April 1588 in Westport, Wiltshire
  • Tod am 4. Dezember 1679 in Hardwick Hall, Derbyshire
  • Englischer Naturwissenschaftler, Politiktheoretiker und Philosoph


Biographie

Sein Vater war ein ungebildeter Landpfarrer, jähzornig, spielend und trinkend. Die Mutter entstammt einer Bauernfamilie. Den Erzählungen nach wird Thomas Hobbes in einer Frühgeburt zur Welt gebracht. Auslöser hierfür soll die mütterliche Angst vor der heran nahenden spanischen Invasion gewesen sein. Die stetige Bedrohung durch gesellschaftliche und politische Umwälzungen zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben Hobbes´ und wird in seinen Werken reflektiert.

Die frühe Kindheit verbringt er bei seinen Eltern. Er wird von einem wohlhabenden Onkel aufgenommen, nachdem sein Vater die Heimat verlassen muss. Mit acht Jahren erhält der Junge Unterricht an einer Privatschule. Sein Studium an der Universität von Oxford beginnt er im Alter von 14 Jahren.

Hobbes erhält nach dem erfolgreichen Studienabschluss eine Anstellung als Privatlehrer. Im Laufe der Zeit unterrichtet er die Sprösslinge unterschiedlicher adliger Familien. Dieses verschafft ihm Zugang ebenso zur Bildungselite seiner Zeit wie zu umfangreichen Bibliotheken. Die Cavendish-Familie ist hervorzuheben, da er mit dieser ein Leben lang verbunden bleibt. Als Tutor bereist er mit seinen Schülern zwischen 1640 und 1651 verschiedene Länder.

Die ersten seiner Texte, welche die breite Öffentlichkeit erreichen, sind anonyme Flugblätter („Human Nature; or the Fundamental Elements of Policie“ und „de Corpore Politico, or the Elements of Law“). Durch sie verteidigt Hobbes König Karl I. gegen die Rechte des Parlaments. Als der Monarch und die Aristokraten ihren Einfluss zu verlieren drohen, flieht Hobbes kurzerhand nach Frankreich, ehe man sich seiner hätte annehmen können. 1649 wird England Republik.

Elf Jahre verbringt er im Exil. Dort erhält Hobbes bald eine Anstellung als Privatlehrer des Prinzen von Wales, der sich zu dieser Zeit in Saint Germain (bei Paris) aufhält. Als Hobbes 1651 den Leviathan veröffentlicht, wird er des Hofes verwiesen. Der Inhalt dieses Hauptwerkes Hobbes, welcher die katholische Kirche scharf verurteilt und jede mächtige Regierung einer schwächeren leidenschaftslos vorzieht, diskreditiert ihn beim englischen Adel und begründet den Abzug aus Frankreich. Hobbes kehrt nach England zurück. Dort kommt er bei den Cavendishs unter.

1660 wird die Monarchie in England wiederhergestellt. Hobbes kritischer Umgang mit der Kirche fällt in die Zeit extremer Frömmigkeit (Hexenverbrennung etc.). Dennoch vermögen die zahlreichen Anfeindungen Geistlicher gegen Thomas Hobbes nicht seine Demontage. Hobbes ist der ehemalige Tutor des momentanen Königs Karl II und diesem ein Ergebener. Diese Verbundenheit beschert ihm einen ruhigen Lebensabend. Einundneunzigjährig stirb er.


Lehre

Hobbes Zeit ist die der frühen Aufklärung. Auch wenn er das Absolutistische befürwortet, so ist er in seinem Streben nach sachlicher, analytischer Beobachtung der kausalen Zusammenhänge seines Umfelds konsequent.

Als Naturwissenschaftler mit Zugang zum aktuellen Wissensstand der Zeit ist er strikter Materialist. Die Geometrie erscheint ihm mit ihrer Beweisführung als vorbildhaft, ähnliche Klarheit versucht er in seinen politischen Texten zu erlangen. Diese rationale Sicht verpflichtet Hobbes zur empirischen Methodik seiner politischen Bestandsaufnahme.

Die aus heutiger Sicht zentrale Erkenntnis Hobbes ist die Theorie des Gesellschaftsvertrages, welcher der Vorstellung vom Naturzustand des Menschen zugrunde liegt (hierzu mehr im Referat).


Bibliographie

Primärliteratur

1640: The Elements of Law, Natural and Politic
1642: De Cive, The Citizen Philosophical Rudiments concerning Government And Sociaty
1651: Leviathan. On the Matter, Form and Power of a Commonwealth Ecclesiastical and Civil
1655: De Corpore
1668: Behemoth

Sekundärliteratur

Dierhes, Hans: Philosophische Anthopologie. Stuttgart, Reclam, 1989
Hampton, Jean: Hobbes and the social contract tradition. Cambridge, 1986²
Hobbes, Thomas: Vom Menschen. Hamburg, F. Meiner, 1959
Hobbes, Thomas: Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates.
hrsg. von Iring Fetscher, Frankfurt am Main, Suhrkamp, 1996
Kunzmann, Peter: Burkard, Franz-Peter; Wiedmann, Franz: dtv-Atlas Philosophie. München, dtv, 1999
MacPherson, C.B.: Die politische Theorie des Besitzindividualismus. Oxford, 1962
Münkler, Herfried: Thomas Hobbes. Frankfurt am Main, Campus, 2001
Pfetsch, Frank: Theoretiker der Politik. Paderborn, Wilhelm Fink Verlag, 2003
Schulte, Günter: Schnellkurs Philosophie. Kölm, DuMont, 2001
Speth, Rudolf: Thomas Hobbes. Leviathan. Ausgewählt und interpretiert von Rudolf Speth.
in Massing, Peter; Breit, Gotthard (Hrsg.): Demokratietheorien. Von der Antike bis zur Gegenwart.
Schwalbach, Wochenschau Verlag, 2004
Tuck, Richard: Hobbes. Oxford, 1989

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